Progressive Provinz – ein Gedanke mit leiser, aber nachhaltiger Kraft.

Manchmal begegnen uns Worte, die bleiben.
Nicht, weil sie laut sind, sondern weil sie etwas in uns zum Klingen bringen.
Für mich war eines dieser Worte: Progressive Provinz.

Lange habe ich in Hamburg gelebt und gearbeitet. Eine Stadt voller Bewegung, voller Möglichkeiten – aber auch voller Geschwindigkeit. Irgendwann begann ich, die Sehnsucht nach einem anderen Rhythmus zu spüren.
Nach einem Ort, der nicht laut sein muss, um Bedeutung zu haben.
Nach einer Umgebung, in der Tiefe wichtiger ist als Tempo.

Lüneburg und das Umland wurden für mich zu diesem Ort. Und je länger ich hier lebe – in Bardowick, am Rand der großen Metropolregion – desto deutlicher spüre ich:
Hier liegt eine besondere Kraft.
Eine Kraft, die entsteht, wenn Provinz nicht Stillstand bedeutet, sondern Bewahrung und Aufbruch zugleich.

Zwischen der übergroßen Metropole Hamburg und der zu kleinen Samtgemeinde Bardowick („SamBa statt Stadt“) liegt ein Raum, der seine eigene Identität sucht – und vielleicht genau darin seine Zukunft findet.

Ein Freund hat im Norden die Idee der „Progressiven Provinz“ in die Welt gebracht – als Projekt, das Institutionen, Menschen und Gedanken verbindet. Ich möchte diesen Impuls aufnehmen, weil ich glaube, dass darin ein Zukunftsmodell steckt:
Wie kann Entwicklung aus der Mitte heraus entstehen, ohne sich dem Sog der Städte zu beugen?
Wie kann eine Region wachsen, ohne sich selbst zu verlieren?

Ich weiß nicht, welche Formen diese Idee annehmen wird. Aber vielleicht geht es auch gar nicht zuerst um Strukturen oder Geschäftsmodelle.
Vielleicht geht es um Haltung.
Darum, die Provinz nicht als Rand zu begreifen – sondern als Ursprung.

Vielleicht ist die „Progressive Provinz“ weniger ein Ort als eine Denkweise.
Und vielleicht beginnt ihre Verwirklichung mit der einfachen Frage:
Was bedeutet Fortschritt, wenn er mit Heimat verbunden bleibt?